Ostrauer Mühle

Ostrauer Mühle - Historische Aufnahme von 1917

Dicht unterhalb der Mittelndorfer Mühle liegt die umfangreiche Anlage der Ostrauer Mühle. Obwohl sie etwas näher an Schandau liegt, ist sie jüngeren Datums.

Meiche schreibt (a. a. D.): "Ostrauer Mühle. 1661 erbaute sie Balthasar Mitzscherling auf einem von der Gemeinde erkauften Grunde. Konzession 1664. 1794 richtete Joh. Christian Zschachlitz einen Mahlgang ein (Glootz, Schandauer Chronik)."

Die Ostrauer Mühle ist eine bedeutende Schneidemühle im Kirnitzschtal. Seit 1909 wird außer der Schneidemüllerei noch Holzmehlerzeugung betrieben. Holzmehl dient als Grundstoff zur Herstellung von Linoleum, Steinholzfußboden usw., ferner als Streumehl für Bädereibetriebe. (Besitzer Helene verw. Hasse.) Mittelndorfer und Ostrauer Mühle besaßen keine Schankgerechtigkeit.

1950 brannte die Mühle bis auf die Grundmauern nieder. Der Wiederaufbau zog sich bis 1952 hin. Danach wurde nur noch Holzmehl hergestellt. Von 1969 an wurden Plastespritzgussteile hergestellt.
Die Entwicklung des Fremdenverkehrs begann im sogenannten Bachschuppen, einer Scheune an der Kirnitzsch. Auf Strohlagern übernachteten die Wanderer und Bergsteiger. Zelte, soweit man sie als solche bezeichnen konnte, standen auf der Wiese davor. So ging die Entwicklung bis 1979 weiter. Die beiden Betreiber Charlotte Dürsch und Erika Hasse konnten den Platz aus Altersgründen bzw. vom Arbeitsaufwand her nicht mehr bewältigen.
Am 15.04.1979 eröffnete die Familie Franz Hasse den ersten privaten Campingplatz der DDR. Es sollte auch der einzige private bis zur Wiedervereinigung 1990 bleiben. Der Campingplatz "Ostrauer Mühle" sind somit einer der altesten Campingplätze Deutschlands.

Vom Mühlenbetrieb ist nur die Wasserkraftanlage übrig geblieben. Sie versorgt den Campingplatz mit ökologischer Energie.